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Fallbeispiel Hänsel Textil

 

Sanierung mit Insolvenzplan

Die Hänsel-Gruppe mit rund 200 Mitarbeitern, zwölf weltweiten Standorten und 40 Mio. Euro Umsatz befindet sich in einer Absatzkrise. Sie stellt Insolvenzantrag, Dr. Dirk Andres wird zum Insolvenzverwalter ernannt. Gemeinsam mit der Geschäftsführung werden Restrukturierungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Das Personal wird mit einer Transfergesellschaft um 20 Prozent reduziert. Über ein Insolvenzplanverfahren verlässt das Unternehmen 14 Monate nach Antragstellung saniert das Verfahren.

 

Key Facts

40 Mio. Umsatz

200 Mitarbeiter
14 Monate Verfahrensdauer 80 Prozent der Arbeitsplätze gesichert

 

Ausgangssituation

Das Unternehmen befand sich aufgrund der Finanzmarktkrise und der Insolvenz der Muttergesellschaft seit Anfang 2009 in einer Absatzkrise, da die Umsätze erheblich eingebrochen waren. Das Produktionswerk in Shanghai (VR China) konnte nicht wie geplant ausgelastet werden. Außergerichtliche Einigungsversuche mit den Gläubigern im Verlauf des Jahres waren erfolglos. Die Geschäftsführung stellte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit am 2. Oktober 2009 Insolvenzantrag. Dr. Dirk Andres wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

 

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BILD 2

 

Das Insolvenzverfahren

Das Unternehmen stellte am 2. Oktober 2009 Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und nutzte damit die vom Gesetzgeber seit 1999 gegebene Möglichkeit der frühzeitigen Antragstellung. Dr. Dirk Andres führte das Unternehmen zunächst fort. In der vorläufigen Insolvenz wurden bereits vorher erarbeitete Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich des Vertriebs, des Personals und der Standorte umgesetzt. Das Werk in Shanghai wird verkauft. Ein Teil der Mitarbeiter im Stammwerk in Iserlohn wechselt in eine Transfergesellschaft. Am 30. Dezember 2009 wird das Insolvenzverfahren eröffnet und Dr. Dirk Andres zum Insolvenzverwalter bestellt. Auch im eröffneten Verfahren wird das Unternehmen weitergeführt. Aufgrund der durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen schreibt das Unternehmen schließlich wieder Gewinne. In der Folgezeit verhandelt  der Insolvenzverwalter mit verschiedenen Interessenten über die Übernahme des Unternehmens. Letztlich stellt sich heraus, dass die Sanierung des Unternehmens durch ein Insolvenzplanverfahren für alle Beteiligten die günstigste Variante ist.

In der Folge arbeitet der Insolvenzverwalter gemeinsam mit der Geschäftsführung einen Insolvenzplan aus, der es dem Investor ermöglicht, das Unternehmen aus der Insolvenz herauszuführen. Der Investor besteht zum Teil aus der Geschäftsführung des Unternehmens und weiteren Branchenkennern. Der Insolvenzplan wird mit dem Bankenpool als Hauptgläubiger abgestimmt. Am 7. Dezember 2010 findet der Erörterungs- und Abstimmungstermin über den Insolvenzplan statt. Die Gläubiger stimmen dem Plan mit einer beeindruckenden Mehrheit von mehr als 95 Prozenz zu.

 

Ergebnis

Die Unternehmensgruppe sowie mehr als 80 Prozent der Arbeitsplätze konnten durch die Sanierung erhalten bleiben.Die Gläubiger erhaltem eine überdurchschnittliche Quote in Höhe von 9 Prozent. Die durchschnittlich in Deutschland erzielte Quote für Insolvenzgläubiger liegt bei 5,4 Prozent. Die gesicherten Gläubiger erhalten mehr als 90 Prozent ihrer offenen Forderungen.

 

Ausgewählte Medienberichterstattung

Insolvenz von Hänsel Textil aufgehoben (Fashion United, 4. März 2011)

Hänsel Textil darf weitermachen (fabeau Fashion Business News, 9. Dezember 2010)

Die Produktion bei Hänsel läuft weiter (Iserlohner Kreisanzeiger, 5. Oktober 2009)