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Fallbeispiel Telba AG

 

Sanierung durch Eigenverwaltung in Rekordzeit

Der Telba-Konzern mit rund 600 Mitarbeitern in vier Gesellschaften an 13 Standorten war in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Dr. Dirk Andres analysierte gemeinsam mit seinem Team die Handlungsoptionen mit einem Quick Check. Der Vorstand entschied sich für eine Sanierung in  Eigenverwaltung der Hauptgesellschaft Telba AG. Im Rahmen des Verfahrens wurden die Sanierungsmaßnahmen umgesetzt und unter anderem 150 Arbeitsplätze abgebaut. Nach sechs Monaten verließ die Telba AG schließlich gestärkt das Eigenverwaltungsverfahren. Alle Gesellschaften und Standorte sowie rund 450 Arbeitsplätze an den Standorten bleiben erhalten.

 

Key Facts

75 Mio. Umsatz

600 Mitarbeiter



5 Monate Verfahrensdauer

75 Prozent der Arbeitsplätze gesichert

 

Ausgangssituation

Das Unternehmen befand sich aufgrund von Marktveränderungen im Juni 2013 in einer angespannten Situation. Der Konzern besteht aus der Telba AG sowie drei Tochtergesellschaften. In der AG waren rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. In den Tochtergesellschaften rund 200. Die Gespräche mit dem finanzierenden Bankenpool über eine Umfinanzierung der AG als Muttergesellschaft scheitertenn. Der AG drohte die Zahlungsunfähigkeit. Der Vorstand trat schließlich an Dr. Dirk Andres im Juni 2013 mit der Bitte um Hilfe heran. Im Anschluss analysierte er mit seinem Team die Handlungsoptionen. Als Ergebnis stand fest, dass das Unternehmen über ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung saniert werden kann.

 

Das Insolvenzverfahren

Die Telba AG stellte Anfang Juli 2013 unterstützt von Dr. Dirk Andres und seinem Team  Insolvenzantrag und gleichzeitig Antrag auf Anordnung der Eigenverwaltung. Sie nutzte auf diesem Weg die vom Gesetzgeber neu geschaffene Möglichkeit der Sanierung in Eigenverwaltung nach ESUG. Dem Antrag wurde vom Gericht stattgegeben. Dr. Dirk Andres wurde vom Vorstand zum Generalbevollmächtigten für die Restrukturierung ernannt. Der Vorstand führte schließlich in Zusammenarbeit mit Dr. Dirk Andres unter Aufsicht eines vom Gericht bestellten vorläufigen Sachwalters das Unternehmen fort. Aufgrund des Sanierungsplans können Folgeinsolvenzverfahren der Tochtergesellschaften vermieden werden. In den darauf folgenden Wochen bereitet das Restrukturierungsteam den Insolvenzplan vor. In der vorläufigen Eigenverwaltung werden die bereits vorher erarbeiteten Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich des Vertriebs, des Personals und der Standorte umgesetzt. Es werden rund 150 Arbeitsplätze mittels einer Transfergesellschaft abgebaut. Am 1. Oktober 2013 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, am 31. Oktober 2013 der vorbereitete Insolvenzplan dem Insolvenzgericht vorgelegt.

Am 26. November 2013 fand der Erörterungs- und Abstimmungstermin über den Insolvenzplan statt. Die Gläubiger stimmten dem Plan mit einer beeindruckenden Mehrheit von mehr als 98 Prozent zu. Die Gläubiger erhielten bereits rund vier Wochen nach Aufhebung des Verfahrens die vollständige Quotenzahlung.

 

Ergebnis

Die AG verläßt am 31. Dezember 2013 wieder das Insolvenzverfahren und ist ab dem 1. Januar 2014 selbständig am Markt tätig. Mehr als 75 Prozent der Arbeitsplätze können erhalten werden. Die Sanierung des Unternehmens hat damit gerade einmal sechs Monate in Anspruch genommen. Eine Insolvenz der Tochtergesellschaften kann verhindert werden. Die Gläubiger haben vier Wochen nach Aufhebung die zugesagte Quotenzahlung erhalten.

 

Ausgewählte Medienberichterstattung

„Alle Beteiligten haben mitgezogen!“ (InsolvenzBlog-Interview mit Dr. Dirk Andres, 9. Januar 2015)

Eigenverwaltung funktioniert! ESUG-Sanierung in Rekordzeit (return - Magazin für Sanierungsmanagement, Interview mit Dr. Dirk Andres und Andreas Bargende, 3. November 2014)

Telba kämpft gegen die Pleite (IT-Business, 24. Juli 2013)