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Fallbeispiel GTI Travel

 

Reiseveranstalter mit vier Gesellschaften, 109 Mitarbeitern und 78.000 gebuchten Reisen

Mitten in der Hauptreisezeit stellt die GTI-Gruppe Insolvenzantrag für alle operativ tätigen Gesellschaften. Mehrere tausend Reisende hängen an Urlaubsorten fest. Insgesamt sind 27.000 gebuchte Reisen mit 78.000 Reisenden betroffen. Der Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres hat kurzfristig einen M&A-Prozess organisiert. Innerhalb von drei Wochen kann eine Übernahmelösung zum Wohl der Reisenden gefunden werden. In den ersten Wochen haben Insolvenzverwalter und sein Team täglich mehr als 1.500 Kundenanfragen aus dem In- und Ausland koordiniert und bearbeitet.

 

Key Facts

250 Mio.
Umsatz

109
Mitarbeiter

78.000
betroffene Kunden

 

Ausgangssituation

Dr. Dirk Andres wird am 11. Juni 2013 zum vorläufigen Insolvenzverwalter der GTI Travel GmbH, der Buchmal Reisen GmbH, der GSA Airbroker GmbH sowie zwei Wochen später der German Sky Airlines GmbH bestellt. Der Reiseveranstalter hatte im Jahr vor der Insolvenz Reisen für rund 250 Mio. Euro Umsatz vermittelt. Zum Zeitpunkt der Antragstellung befand sich das Unternehmen am Beginn der Hauptreisezeit. Bei den verschiedenen Gesellschafter der Schuldnerin waren 27.000 Reisen mit insgesamt rund 78.000 betroffenen Reisenden gebucht. Mehrere tausend reisende Personen steckten an ihren Urlaubsorten fest. Tausende Kunden wollten erfahren, ob sie ihren über GTI Travel gebuchten und überwiegend auch schon bezahlten Sommerurlaub antreten können.



 

Das Insolvenzverfahren

Eine Sanierung und Fortführung der Gesellschaften schied wegen der erheblichen Fehlbeträge und nicht vorhandenen Liquidität zur kurzfristigen Fortführung des Geschäftsbetriebes aus. Im Fokus stand daher die sehr kurzfristige Übertragung des Reisegeschäftes auf einen anderen Anbieter. Innerhalb von drei Tagen nach Antragstellung wurde ein geordneter Verkaufsprozess durch Dr. Dirk Andres aufgesetzt und ein Investor für die Übernahme der Reisen gesucht. Parallel wurden am Tag der Anordnung der vorläufigen Insolvenz eine abgestimmte Kommunikation mit dem Pauschalreiseversicherer erarbeitet und aktiv verbreitet. Die Mitarbeiter des Call-Centers wurden durch das Team des Insolvenzverwalters auf die Fragen mit einem umfangreichen Fragen- und Antwortenkatalog vorbereitet. Die Kommunikation mit den Kunden wurde über das Call-Center der Schuldnerin sowie die Firmenhomepage und per E-Mail geführt. Auf diesem Weg konnte eine hohe Stornoquote der Reisen verhindert werden. Täglich wurden rund 1.500 Anfragen bearbeitet. Innerhalb von 15 Tagen nach Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens wurde ein Investor für die Übernahme der Reisen sowie der Software und Markenrechte gefunden.

 

Ergebnis

Das Insolvenzverfahren wurde am 1. September 2013 eröffnet. An den Gläubigerversammlungen haben insgesamt nur sechs Personen teilgenommen. Durch den schnellen Verkauf wurde für die Insolvenzmasse ein erheblicher Betrag realisiert sowie in erheblichem Umfang Schadenersatzforderungen von Kunden vermieden. Haftungsansprüche gegen die ausländischen Geschäftsführer werden ermittelt und zivilrechtlich verfolgt.

 

Ausgewählte Medienberichterstattung

Lehrstunden für die Reisewelt (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Juli 2013)

Zehntausende Urlauber erhalten Ersatzreise (Spiegel Online, 27. Juni 2013)

Investor für ausstehende Reisen gefunden (travel.one - Das magazin für Reiseprofis, 26. Juni 2013)

Lesetipp: Was tun, wenn mein Reiseveranstalter pleitegeht? (FOCUS-Online-Kolumnenbeitrag von Dr. Dirk Andres, 3. November 2013)