- Das Amtsgericht Stuttgart ordnet auf Antrag der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH die vorläufige Eigenverwaltung an.
- Der Klinikbetrieb läuft in allen Einrichtungen uneingeschränkt weiter.
- Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH hat sich zu diesem Schritt entschieden, um erforderliche Sanierungsmaßnahmen und eine Neuaufstellung anzugehen.
- Die Geschäftsführung informiert Mitarbeiter, Patienten und weitere Betroffene.
- Die Gehälter der Beschäftigten werden für drei Monate durch das von der Bundesagentur für Arbeit gezahlte Insolvenzgeld, danach wieder durch das Unternehmen selbst sichergestellt.
Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH hat am heutigen Tag beim Amtsgericht Stuttgart Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dieses ordnete antragsgemäß die vorläufige Eigenverwaltung unter der bisherigen Geschäftsführung an. Dieser Schritt ist eine bewusste Entscheidung des Managements, die Restrukturierung des Unternehmens unter Nutzung des spezifischen Sanierungsverfahrens zu realisieren.
Der seit Mitte April bestellte Interims-Geschäftsführer Dr. Jan Schlenker, der mit seinem Kollegen Michael Kilb der Borchers & Kollegen Interim Management die Geschäfte führt, sagt: „Wir haben uns entschieden, unsere Restrukturierung in Form einer Eigenverwaltung anzugehen. Unter diesen rechtlichen Bedingungen sehen wir deutlich bessere Voraussetzungen, um notwendige Restrukturierungen konsequent und zugleich geordnet voranzubringen.“
Schlenker betont, dass die Anordnung der Eigenverwaltung keinerlei Auswirkungen auf die laufenden Klinikbetriebe hat. „Es ist sichergestellt, dass wir unsere Patientinnen und Patienten auch weiterhin vollumfänglich an allen Standorten behandeln und wir unseren Versorgungsauftrag unverändert und in gewohnter Qualität erfüllen. Auch werden wir weiterhin für sämtliche Lieferanten und Dienstleister ein zuverlässiger Geschäftspartner bleiben.“
Im Zuge des Verfahrens bleibt die Interims-Geschäftsführung im Amt und führt die Geschäfte begleitet durch einen Restrukturierungsbevollmächtigten fort. Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH wird dabei von Dr. Claus-Peter Kruth, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht der Kanzlei AndresPartner, beraten. „Das Marienhospital ist als hochspezialisiertes Krankenhaus auch in Verbindung mit den das Leistungsangebot arrondierenden Rehakliniken sehr gut aufgestellt. Hier sehen wir eine gute Basis für den anstehenden Restrukturierungsprozess“, betont Dr. Kruth.
Die Insolvenz erstreckt sich auf alle Einrichtungen der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH, also auf das Marienhospital Stuttgart, die Vinzenz Klinik und die Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach sowie die Luise von Marillac Klinik in Bad Überkingen. Die rund 3.000 Mitarbeiter der Häuser sind über die Situation und das weitere Vorgehen in einer Mitarbeiterinformationsveranstaltung informiert worden und werden künftig über alle Schritte auf dem Laufenden gehalten. Das MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum Marienhospital Stuttgart gGmbH) ist eine Tochtergesellschaft der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH, selbst aber nicht insolvent. Wegen einer möglichen Namensverwechslung ist klarzustellen, dass die Schwestergesellschaften Vinzenz von Paul gGmbH Soziale Dienste und Einrichtungen, Göppingen und ihre Tochtergesellschaften sowie die Vinzenz von Paul Hospital gGmbH, Rottweil und Ihre Tochtergesellschaften von dem Eigenverwaltungsverfahren nicht betroffen sind.
Als vorläufiger Sachwalter wurde von dem Gericht Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei GRUB BRUGGER Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB mit Sitz in Stuttgart bestellt. Aufgabe des Sachwalters ist es, das Verfahren zu überwachen und den Sanierungsprozess zu unterstützen.
Pressekontakte:
Marienhospital Stuttgart
Sabrina Ullrich
Leitung Unternehmenskommunikation/Marketing
Tel.: + 49 711 64 89-20 37
E-Mail: pressestelle [at] vinzenz.de
Sabine Zeller
Stellv. Leitung Unternehmenskommunikation/Marketing
Tel.: + 49 711 64 89-20 40
Die Vinzenz von Paul Klinik gGmbH
Zur Gesellschaft gehören neben dem Marienhospital Stuttgart die Vinzenz Klinik und die Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach sowie die Luise von Marillac Klinik in Bad Überkingen. Die emeinnützige Gesellschaft wurde im Januar 1997 von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal gegründet. Ziel war, die klinischen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern in einer Gruppe zusammenzuführen, sie gemeinsam zu leiten und weiterzuentwickeln.
Über das Marienhospital
Das Marienhospital Stuttgart ist ein modernes Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit langer Tradition und einzigartiger Geschichte. Es verfügt über 23 Fachkliniken und 21 interdisziplinäre Zentren. Mit 761 Betten zählt das Marienhospital Stuttgart zu den größten Kliniken Stuttgarts. Es beschäftigt rund 2.000 Mitarbeitende und ist einer der größten Arbeitgeber im Stuttgarter Süden. Gegründet wurde das Marienhospital Stuttgart 1890 von der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal e.V. Heute gehört das Krankenhaus in der Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern zur Gesellschaft der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH.