Unternehmen reagiert auf verschärfte Marktbedingungen im Einzelhandel – Restrukturierung soll Fortbestand sichern
Die Kodi Handels GmbH („KODi“) hat beim Amtsgericht in Halle/Salle einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Damit bleibt die Geschäftsführung weiterhin voll handlungs- und weisungsbefugt und führt das Unternehmen unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters eigenverantwortlich weiter.
Mit dem Schritt reagiert das Unternehmen auf die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen im deutschen Einzelhandel. Neben einer unverändert schwachen Konsumstimmung belasten insbesondere der zunehmende Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten sowie gleichzeitig hohe Mietkosten das Unternehmen erheblich.
„Wir konnten unser vorangegangenes Sanierungsverfahren erfolgreich abschließen und den Geschäftsbetrieb stabilisieren. Die seinerzeit umgesetzten Maßnahmen haben eine wichtige Grundlage für die Fortführung unseres Unternehmens geschaffen“, erklärt KODi-Geschäftsführer Fabian Grund. „In den vergangenen Monaten haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch in einer Dynamik und Intensität verschärft, die zum Zeitpunkt nicht absehbar waren und unsere Situation erneut erheblich belasten.“
In der Folge hat das Unternehmen nun konsequent reagiert. „Das nun eingeleitete Verfahren ist Ausdruck eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Situation. Unser Ziel ist es, den Fortbestand unseres Unternehmens zu sichern. Die Ausgangslage ist allerdings nicht einfach – das müssen wir ganz offen sagen“, so Grund.
Im Rahmen der nun anstehenden Restrukturierung werden tiefgreifende Anpassungen erforderlich sein. Nach derzeitiger Einschätzung wird KODi rund 50 der aktuell 150 Filialen schließen müssen. Mit den geplanten Maßnahmen wird auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein. Weitere organisatorische Maßnahmen werden derzeit geprüft und in den kommenden Wochen abgestimmt. Dies ist nach Auffassung der Geschäftsführung notwendig, um die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung von KODi zu schaffen.
„Das ist eine harte Einschätzung – insbesondere für unsere Mitarbeitenden, die bereits ein Sanierungsverfahren mit großem Engagement begleitet haben und sich tagtäglich für KODi einsetzen. Dass wir ihnen diese Perspektive geben müssen, tut uns außerordentlich leid“, erklärt Fabian Grund.
Ungeachtet dessen wird der Geschäftsbetrieb zunächst an sämtlichen Standorten ohne Einschränkungen fortgeführt. Über mögliche Standortschließungen wird das Unternehmen informieren, sobald entsprechende Entscheidungen feststehen. Das heißt, dass zu einzelnen Standorten von KODi derzeit keine Aussagen getroffen werden können.
Die Mitarbeitenden wurden heute über die Einleitung des vorläufigen Insolvenzverfahrens und die nächsten Schritte informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind für die Monate Juli, August und September 2026 über das Insolvenzgeld gesichert, das für die Dauer der gesetzlichen Insolvenzgeldperiode an die Stelle der bisherigen Entgeltzahlungen tritt.
Im eigenverwalteten Insolvenzverfahren wird KODi von der Insolvenz- und Sanierungskanzlei AndresPartner unterstützt, die auch die unabhängig hiervon laufende Sanierung der Schwestergesellschaft MÄC GEIZ begleitet. Das Team verfügt über langjährige Erfahrung in der Restrukturierung und Sanierung von Unternehmen und hat bereits zahlreiche Transformationsprozesse begleitet, darunter auch bei namhaften Einzelhandelsunternehmen unterschiedlicher Marktsegmente. Dies erfolgt, um den insolvenzrechtlichen Besonderheiten und den daraus resultierenden Pflichten Rechnung zu tragen. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing bestellt. Er begleitet das Verfahren unabhängig und überwacht die Geschäftsführung im Interesse der Gläubiger.
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Die Kodi Handels GmbH mit Sitz in Oberhausen versorgt seit 1981 Kundinnen und Kunden mit vielen Produkten des Alltags. Das Haushalts- und Drogeriesortiment umfasst mehr als 2.700 Artikel unter anderem aus den Bereichen Reinigen, Kochen, Dekorieren, Heimwerken, Textilien und Lebensmittel. Das Unternehmen setzt dabei auf namhafte Herstellermarken und attraktive Eigenmarken. KODi betreibt aktuell bundesweit 150 Filialen, mit einem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen hat derzeit 1.200 Beschäftigte, davon 72 im Dienstleistungszentrum und 36 in der Logistik.